Darksiders 2 - First Edition (inkl. iPhone Hülle)
Grafik
85
85%
Sound
89
89%
Story
70
70%
Gesamt
92
92%

gespielt: 25 h beendet: Nein
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Michel B.

Status: Aktiv

hat 507 Bewertungen erfasst


Prädikate

Schwierigkeit für Hardcore-Gamer fordernd
Motivation langanhaltender Spielspass
Steuerung hervorragende (Bewegungs-)Steuerung

Kommentar

Wer Darksiders 2 kauft, sollte sich einfach bewusst sein, dass dies in vielerlei Hinsicht ein Action-Adventure im Stil von Zelda und Tomb Raider ist (mit vielen Rätsel-, Schalter- und Kletteraufgaben) und kein anspruchsloses "Hau-Drauf"-Spiel. Auch die Kämpfe fordern dem Spieler auf schwer so einiges ab.
Zugegeben die Krähe (die einem den Weg weisen soll) ist mitunter etwas irreführend, da Sie eigentlich immer nur den Wegpunkt zum nächsten Raum anzeigt, aber nie, wie dieser genau zu erreichen ist. Wer eine gute Beobachtungsgabe hat und sich Zeit nimmt, wird aber nur sehr selten irgendwo anstehen, da die Rätsel logisch aufgebaut sind und jeder noch so kleine Umweg belohnt wird.
Kritisieren muss man aber sicher, dass wichtige Fähigkeiten teilweise nur in Form von Untertiteln erklärt werden, die dann auch nur kurz, verspätet oder nur dann eingeblendet werden, wenn man gerade an der richtigen Stelle steht. Auch dass sich viele Orte fähigkeitsbedingt erst viel später erreichen lassen, kann teilweise für etwas Verwirrung sorgen. So bin ich in den 25 Stunden Spielzeit (auf schwer und ohne Komplettlösung) bisher auch schon 3x für eine etwas längere Zeit irgendwo hängengeblieben.
Die kritischen Wertungen kann ich hier deshalb aber trotzdem nicht ganz verstehen.

Zum Kampfsystem selbst; Dass man (mit Ausnahme eines Waffentyps) nicht blocken, sondern nur ausweichen kann, stört mich bisher glücklicherweise nicht. Zwar kommt es in den rasanten Kämpfen (durch das ständige Ausweichen und die bewegliche Kamera) eher mal zu ungünstigen Kamerapostionen, aber davon abgesehen, finde ich das Trefferfeedback und die Schlagvisualisierung jetzt schon deutlich besser als bei God of War.
So war es mir auch schon möglich, "den Erbauer" zu Beginn des Spiels zu besiegen (auf schwer) - was soviel heisst wie "nie getroffen zu werden". Das bringt einem zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht sooo viel (1 Skillpunkt + vier Boss-Missionen), hat aber trotzdem Spass gemacht. ^^
Generell empfehle ich aber Leuten, die eine Herausforderung suchen (d.h. auch allen Ninja Gaiden und Demon's Souls Fans), das Spiel vorzugsweise auf schwer zu beginnen, damit die Standardkämpfe nicht allzu schnell langweilig werden. Oder man endet wie 4players vielleicht damit, das Spiel wegen der zu einfachen Mobkämpfe zu kritisieren.

Die Kletterpassagen erinnerten mich dagegen an Prince of Persia (von Ubisoft Montreal), da Move- und Geschwindigkeitsbedingt ähnlich dynamisch und komplex. Allerdings wird der Spielfluss hier (wie schon erwähnt) deutlich häufiger durch Rätseleinlagen unterbrochen - die aber überraschend gut ins Spiel integriert wurden. Zwar sind die Rätsel alle recht ähnlich aufgebaut - trotzdem unterscheidet sich jede Aufgabe aber etwas von der vorherigen. Überhaupt erinnert das Spiel in diesem Punkt stark an Tomb Raider. Wie komme ich wo weiter? Welche Schalter gilt es in welcher Reihenfolge zu betätigen? etc.

An den Grafikstil konnte ich mich auch gleich gewöhnen. Die "Open-World"-Abschnitte sind zwar nicht sonderlich detailreich - aber doch stimmungsvoll. Wobei der Begriff Open-World die Sache vielleicht etwas ins falsche Licht rückt. Vielmehr erinnert der Levelaufbau an Spiele wie "Batman Arham City" oder auch "Zelda" oder "Metroid Prime". D.h. das Spiel besteht aus mehreren "Dungeons / Missionen", die alle durch eine grössere - aber doch übersichtliche - Welt miteinander verbunden sind - inkl. Schnellreisefunktion. Wobei letztere leider nicht zu jedem Zeitpunkt benutzt werden kann. Die Dungeons sind dagegen wirklich schön gestaltet und machen spielerisch auch am meisten Spass.

Die zahlreichen zufälligen Waffen- und Rüstungsdrops sind ebenfalls sehr motivierend. (Man will einfach nichts verpasst haben und an jede Schatztruhe rankommen - auch weil sich alle "unnützen" Gegenstände bequem und zu einem fairen Preis verkaufen lassen.)
Einzig die Story macht bisher einen etwas oberflächlichen Eindruck. Es werden zwar ein paar Fragen aufgeworfen - aber ob diese dann auch wirklich noch beantwortet werden, oder man die Andeutungen nur versteht, wenn man den ersten Teil beendet hat, bleibt für mich noch abzuwarten.

Wie Demon's Souls verfügt Darksiders 2 zudem über einen NewGame+ Modus inkl. Charakterimport. Auch eine Kampfarena (wie es sie in FFXIII-2 und DMC4 gibt) wurde ins Spiel integriert (per DLC-code zu aktivieren). Und über eine Mailbox lassen sich wie in LBP2 Spielgegenstände verschenken.

Fazit;
Darksiders 2 erfindet das Spielgenre zwar nicht neu (wie dies z.B. Demon's Souls gelungen ist), und man darf auch die magere Story und die wenig spektakuläre Umgebungsgrafik kritisieren, dennoch schafft es Darksiders 2 den Spieler immer wieder zu beeindrucken. Ganz nach dem Motto; "Besser gut geklaut als schlecht erfunden" erhält der Spieler hier ein umfangreiches und motivierendes Action-Adventure, dass einen nach einigen Spielstunden kaum mehr loslässt, und damit in jede gute Spielsammlung gehört, wenn man mit dem Genre etwas anfangen kann.

Pro

  • Spielerisch abwechslungsreich, fordernd und spassig...
  • Lässt sich auch auf englisch spielen (Spracheinstellung der Konsole umstellen)
  • Fordernde Kämpfe (auf schwer), interessante Rätsel, nette Klettereinlagen und ein item drop system wie man es u.a. aus Diablo kennt
  • Geniale Bosskämpfe / stimmige Musikuntermahlung

Contra

  • ...erzählerisch aber etwas mau. (Gibt auch keine grossartigen Zwischensequenzen - daher hier nur 70%)
  • Die Obenworldabschnitte sind grafisch (gerade im Vergleich zu Skyrim) recht detailarm
  • Etwas mageres Skill-System (Dark Souls & Demon's Souls bleiben die besseren RPG-Action-Adventures)
  • Teilweise kann es Fähigkeits- und Erklärungsbedingt zu einigen Verwirrungen kommen (muss ich jetzt da lang - oder geht das erst später?)