Vorneweg: Das Spiel ist nicht perfekt! Je nach Standpunkt hat man vieles zu Bemängeln. Allerdings sind alle Kritikpunkte dadurch zu relativieren, dass sie dem famosen Gameplay kaum schaden.
PRO
Spielspass: Wie auch schon P1 macht das Spiel, vor allem wenn in kurzen Abschnitten genossen, einfach unglaublich Laune. Selten kann man sich in einem Spiel derart wie eine übermächtige, unaufhaltbare Zerstörungsmaschine fühlen. Mangels einem Moralsystem kann man seine Fähigkeiten auch nach Lust und Laune ausüben und Zerstörung anrichten, ohne sich um sonst irgendetwas kümmern zu müssen. Langer, stressiger Arbeitstag hinter sich und viele Agressionen angestaut? Da wirkt P2 etwa vergleichbar wie einfach mal den Chef anzubrüllen - einfach herrlich befreiend. Kurz um: Ganz viele Möglichkeiten ganz viel Schaden anzurichten.
Fortbewegung: Punkt 2, welcher für riesigen Spielspass sorgt, ist das Fortbewegungssystem. Dies hat sich seit P1 kaum verändert. Einfach die Renn-Taste drücken, und Heller zieht ab wie eine Rackete. Hindernisse werden wie beim Parkour übersprungen, und ist das Hindernis halt ein Haus, so rennt man dies kurzum hoch. P2 spielt sich deshalb auch sehr dreidimensional, da man sehr leicht höhe Gewinnen kann und den Kampf beispielsweise auf dem Dach des Empire State Buildings weiterführen kann. Unten ist man, mangels "Fall-Schaden" auch sehr schnell - und auch sehr spassig, da es beim Auftreffen der Boden unter den Füssen mitsamt allem was da sonst noch so rumkriecht einfach wegsprengt. Ein solcher Auftritt ist an Coolness kaum noch zu überbieten.
Rote Zone: Selten habe ich eine athmosphärisch derart tolle, zerstörte Stadt gesehen wie die Rote Zone von P2. Halb umgekippte Hochhäuser welche sich an das Nachbarhaus anlehnen, Häuser welche rauchen, brennen oder gar derart auf die Grundmauern reduziert sind dass da nichts mehr ist was rauchen oder brennen könnte, riesige "Virengeschwüre" welche quer über Strassenzüge hängen und unmengen von Zombies. Der Anblick der roten Zone ist kurz gesagt schlicht atemberaubend!
Moves und Fähigkeiten: Aufs oben erwähnte "Brüllen" ist man glücklicherweise nicht beschränkt. Viele Waffen des alten P1 kommen zurück, zusammen mit ein paar neuen Möglichkeiten: Anstatt der eher sinnbefreiten "Muskelmasse" des P1 gibt's hier die Tentakeln, anstatt einer zweiten Art zu "explodieren" kann man nun eine Gruppe Mutanten herbeirufen, welche auch auf Kommandos reagieren, und die neue Fähigkeit "Biobombe" wurde sofort zu meinem Lieblingsfeature des Spiels. Ebenfalls ist es nun möglich, militärische Fahrzeuge zu entwaffnen und diese Waffen mobil einzusetzen. Dem Helikopter wird dabei beispielweise eine Raketenbatterie abgerissen - Auch die grösste Armee ist damit sehr schnell geplättet...
CONTRA
"Armee": ...leider ist genau da auch schon mein grösstes Problem, welches ich mit dem Spiel habe: DAS soll eine Armee sein? Mehr als 20 Soldaten, ein oder zwei Panzer und ein oder zwei Helikopter sind selten in Sichtweite. Und mit all den Fähigkeiten des Protagonisten sind diese sehr, sehr schnell wieder weg. Auch auf dem härtesten Schwierigkeitsgrad fühlt sich dies nie nach einer Armee an. Es ist entsprechend möglich, grosse Armeebasen innerhalb einer Minute auszurotten - und dann kommt auch nichts mehr. Zwar würde eine grössere Zahl an Feinden etwas das Übermachts-Empfinden dämpfen, doch leider bleibt es dabei, meine "Blutlust" ist nach den paar feinden noch lange nicht gestillt. Will man sich also mit der Armee anlegen, rennt man von Basis zu Basis, in der Hoffnung das wieder ein paar Nasen zu finden sind.
Abwechslung ...nur in Missionen: Da oben genanntes Suchen und Jagen bei längeren Spielesessions mal langweilig werden kann, gibt es die Möglichkeit, mit einem Commander in eine Basis einzudringen. Diese sind in diesem Spiel auch viel abwechslungsreicher und grösser geworden als in P1. Richtig? Jein.. In den Missionen ist dies möglich. Nach dem man eine Mission jedoch abgeschlossen hat, nicht mehr. Ich weiss nicht ob es ein Bug ist, die entwickler da etwas vergessen haben oder 20 Minuten suchen schlicht zu wenig ist, aber es erscheinen ausserhalb der Missionen keine weiteren Commander mehr - damit bleibt auch die Basis unbetretbar und die Abwechslung leidet noch weiter. Es gibt zwar einige Minispielchen, welche jedoch nur sehr kurz Spass machen. Wer in diesem Spiel einen andere Möglichkeit sucht, sich zu amüsieren, als lediglich Chaos und Zerstörung anzurichten, wird endtäuscht.
Prototype 1 + Grafik und ein, zwei Features: Ich habe unter "Moves und Fähigkeiten" vier Beispiele gegeben. Warum nicht mehr? Ganz einfach, da ist sonst kaum noch was. Neben diesen paar Features sowie einem grossen Grafischen Update, muss man die (gameplaytechnisch relevanten) unterschiede zwischen P2 und P1 doch im Detail suchen gehen.
Blood and Gore: Dies ist weniger ein Negativpunkt als eine Warnung - Spritzendes Blut, fliegende Innereien, aufgerissene Körper sowie Flüche sind in diesem Spiel etwa so selten wie Wasser im Meer. Letzter Punkt hält sogar eine gewisse Komik, da es schon richtig Amüsant ist, wie häufig der Protagonist scheinbar banale, kurze Sätze mit Motherfu..er, fu.. oder sh.. in die Länge ziehen kann.
FAZIT: Wie gesagt ist P2 nicht ohne schwächen. Für mich war P, sowohl 1 als nun auch 2, jedoch immer ein Spiel um Druck abzulassen - und darin ist dieses Spiel schlicht unschlagbar. Sofern in kurzen (und, als Folge eines harten Arbeitstages, hitzigen und befreienden) Schüben gespielt, stört der Mangel an Abwechslung nicht.
Wer P1 mochte, wird mit diesem Spiel ebenfalls sehr glücklich!
Kommentar
Vorneweg: Das Spiel ist nicht perfekt! Je nach Standpunkt hat man vieles zu Bemängeln. Allerdings sind alle Kritikpunkte dadurch zu relativieren, dass sie dem famosen Gameplay kaum schaden.PRO
Spielspass: Wie auch schon P1 macht das Spiel, vor allem wenn in kurzen Abschnitten genossen, einfach unglaublich Laune. Selten kann man sich in einem Spiel derart wie eine übermächtige, unaufhaltbare Zerstörungsmaschine fühlen. Mangels einem Moralsystem kann man seine Fähigkeiten auch nach Lust und Laune ausüben und Zerstörung anrichten, ohne sich um sonst irgendetwas kümmern zu müssen. Langer, stressiger Arbeitstag hinter sich und viele Agressionen angestaut? Da wirkt P2 etwa vergleichbar wie einfach mal den Chef anzubrüllen - einfach herrlich befreiend.
Kurz um: Ganz viele Möglichkeiten ganz viel Schaden anzurichten.
Fortbewegung: Punkt 2, welcher für riesigen Spielspass sorgt, ist das Fortbewegungssystem. Dies hat sich seit P1 kaum verändert. Einfach die Renn-Taste drücken, und Heller zieht ab wie eine Rackete. Hindernisse werden wie beim Parkour übersprungen, und ist das Hindernis halt ein Haus, so rennt man dies kurzum hoch. P2 spielt sich deshalb auch sehr dreidimensional, da man sehr leicht höhe Gewinnen kann und den Kampf beispielsweise auf dem Dach des Empire State Buildings weiterführen kann. Unten ist man, mangels "Fall-Schaden" auch sehr schnell - und auch sehr spassig, da es beim Auftreffen der Boden unter den Füssen mitsamt allem was da sonst noch so rumkriecht einfach wegsprengt. Ein solcher Auftritt ist an Coolness kaum noch zu überbieten.
Rote Zone: Selten habe ich eine athmosphärisch derart tolle, zerstörte Stadt gesehen wie die Rote Zone von P2. Halb umgekippte Hochhäuser welche sich an das Nachbarhaus anlehnen, Häuser welche rauchen, brennen oder gar derart auf die Grundmauern reduziert sind dass da nichts mehr ist was rauchen oder brennen könnte, riesige "Virengeschwüre" welche quer über Strassenzüge hängen und unmengen von Zombies. Der Anblick der roten Zone ist kurz gesagt schlicht atemberaubend!
Moves und Fähigkeiten: Aufs oben erwähnte "Brüllen" ist man glücklicherweise nicht beschränkt. Viele Waffen des alten P1 kommen zurück, zusammen mit ein paar neuen Möglichkeiten: Anstatt der eher sinnbefreiten "Muskelmasse" des P1 gibt's hier die Tentakeln, anstatt einer zweiten Art zu "explodieren" kann man nun eine Gruppe Mutanten herbeirufen, welche auch auf Kommandos reagieren, und die neue Fähigkeit "Biobombe" wurde sofort zu meinem Lieblingsfeature des Spiels.
Ebenfalls ist es nun möglich, militärische Fahrzeuge zu entwaffnen und diese Waffen mobil einzusetzen. Dem Helikopter wird dabei beispielweise eine Raketenbatterie abgerissen - Auch die grösste Armee ist damit sehr schnell geplättet...
CONTRA
"Armee": ...leider ist genau da auch schon mein grösstes Problem, welches ich mit dem Spiel habe: DAS soll eine Armee sein? Mehr als 20 Soldaten, ein oder zwei Panzer und ein oder zwei Helikopter sind selten in Sichtweite. Und mit all den Fähigkeiten des Protagonisten sind diese sehr, sehr schnell wieder weg. Auch auf dem härtesten Schwierigkeitsgrad fühlt sich dies nie nach einer Armee an. Es ist entsprechend möglich, grosse Armeebasen innerhalb einer Minute auszurotten - und dann kommt auch nichts mehr. Zwar würde eine grössere Zahl an Feinden etwas das Übermachts-Empfinden dämpfen, doch leider bleibt es dabei, meine "Blutlust" ist nach den paar feinden noch lange nicht gestillt. Will man sich also mit der Armee anlegen, rennt man von Basis zu Basis, in der Hoffnung das wieder ein paar Nasen zu finden sind.
Abwechslung ...nur in Missionen: Da oben genanntes Suchen und Jagen bei längeren Spielesessions mal langweilig werden kann, gibt es die Möglichkeit, mit einem Commander in eine Basis einzudringen. Diese sind in diesem Spiel auch viel abwechslungsreicher und grösser geworden als in P1. Richtig?
Jein.. In den Missionen ist dies möglich. Nach dem man eine Mission jedoch abgeschlossen hat, nicht mehr. Ich weiss nicht ob es ein Bug ist, die entwickler da etwas vergessen haben oder 20 Minuten suchen schlicht zu wenig ist, aber es erscheinen ausserhalb der Missionen keine weiteren Commander mehr - damit bleibt auch die Basis unbetretbar und die Abwechslung leidet noch weiter.
Es gibt zwar einige Minispielchen, welche jedoch nur sehr kurz Spass machen. Wer in diesem Spiel einen andere Möglichkeit sucht, sich zu amüsieren, als lediglich Chaos und Zerstörung anzurichten, wird endtäuscht.
Prototype 1 + Grafik und ein, zwei Features: Ich habe unter "Moves und Fähigkeiten" vier Beispiele gegeben. Warum nicht mehr? Ganz einfach, da ist sonst kaum noch was. Neben diesen paar Features sowie einem grossen Grafischen Update, muss man die (gameplaytechnisch relevanten) unterschiede zwischen P2 und P1 doch im Detail suchen gehen.
Blood and Gore: Dies ist weniger ein Negativpunkt als eine Warnung - Spritzendes Blut, fliegende Innereien, aufgerissene Körper sowie Flüche sind in diesem Spiel etwa so selten wie Wasser im Meer. Letzter Punkt hält sogar eine gewisse Komik, da es schon richtig Amüsant ist, wie häufig der Protagonist scheinbar banale, kurze Sätze mit Motherfu..er, fu.. oder sh.. in die Länge ziehen kann.
FAZIT:
Wie gesagt ist P2 nicht ohne schwächen. Für mich war P, sowohl 1 als nun auch 2, jedoch immer ein Spiel um Druck abzulassen - und darin ist dieses Spiel schlicht unschlagbar.
Sofern in kurzen (und, als Folge eines harten Arbeitstages, hitzigen und befreienden) Schüben gespielt, stört der Mangel an Abwechslung nicht.
Wer P1 mochte, wird mit diesem Spiel ebenfalls sehr glücklich!